Kurs 14
Theologie / Philosophie

24.04.2018 | 16.05.2018 | 29.05.2018

Die Entdeckung des Individuums

Wie die Reformation die Moderne geprägt hat

Vortrag

Vortragsreihe

Der Mensch der Gegenwart, der moderne Mensch, sieht sich als autonomes Individuum. Er ist selbstständig, frei und selbstbestimmt. Sein Leben hat er selbst gestaltend im Griff. Eine Abhängigkeit von überkommenen Bindungen hat er abgeschüttelt. Inwiefern ist im Prozess der wachsenden Freiheit und Selbstverantwortlichkeit des Individuums der Einfluss der Reformation spürbar?

Wie hat sich die Ausbreitung der Reformation auf die Entdeckung des Individuums ausgewirkt?

Diese Vortragsreihe will in drei unterschiedlichen Perspektiven diesen Themenkomplex erörtern.

Dienstag, 24.04.2018, 19.00 bis 20.30 Uhr – Der Christenmensch

Profilierung und Popularisierung des (christlichen) Individuums in der frühen Reformation

Die Rede vom „Christenmenschen“ ist nicht in der Reformation erfunden worden. Aber sie wurde von Luther und anderen neu akzentuiert zum Inbegriff der Rolle des einzelnen Christen für das Verständnis eines evangelischen Glaubens und die Gestalt der Kirche. Im Blick auf Publikationen aus der ersten Phase der Reformation lässt sich entdecken, wie die Profilierung des christlichen Individuums mit seinem Gemeinschaftsbezug verbunden wird.

Referent: Prof. Dr. Hellmut Zschoch, Kirchenhistoriker, Wuppertal

Mittwoch, 16.05.2018, 19.00 bis 20.30 Uhr – Reformation als Entdeckung von Leiblichkeit?

Der Mönch Martin Luther muss erkennen, dass eine Triebkontrolle auf dem Weg der Sublimation nicht möglich ist. Der einzige Weg, mit diesem Phänomen der Leiblichkeit umzugehen, ist die Integration in eine Schöpfungsordnung. Zeitgenössische Autoren wie Lindal Roper legen dar, dass bei Luther z.B. eine ungezwungene Anerkennung der Sexualität festzustellen ist. Inwieweit ist diese These diskutabel?

Referentin: Prof. Dr. Ute Gause, Kirchenhistorikerin, Universität Bochum

Dienstag, 29.05.2018, 19.00 bis 20.30 Uhr – Das unbehauste Selbst

Der moderne Mensch und sein Verhältnis zu Gott und der Welt

Die Karriere des Begriffes „Selbst“ findet ihren ersten Höhepunkt zwischen 1750 und 1850. Zahllose neue Wortverbindungen wie „Selbstverwirklichung“, „Selbstbegrenzung“ etc. zeigen, dass diese Karriere bei weitem noch nicht zu Ende ist. Bei Luther findet sich der Begriff des „Selbst“ nur an sehr wenigen Stellen. Trotzdem steht seine Theologie am Anfang jenes langen Prozesses, der sowohl Selbstgewissheit wie auch Selbstzweifel mit sich bringt.

Referent: Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl, Historiker, Universität Bielefeld

Veranstaltungsort

Haus der Kirche, Bastionstraße 6, Düsseldorf

Referent/in

Prof. Dr. Hellmut Zschoch, Kirchenhistoriker, Wuppertal

Prof. Dr. Ute Gause, Kirchenhistorikerin, Universität Bochum

Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl, Historiker, Universität Bielefeld

Leitung

Harald Steffes, Studienleiter

Teilnahmebeitrag
7 € pro Abend, 20 € komplette Reihe