Kurs 139
Fortbildung / Universität

07.09.2017 | 05.10.2017 | 02.11.2017 | 14.12.2017

donnerstags 19.00 bis 20.30 Uhr

Forschung im Fokus

Vortrag

In dieser Reihe werden unterschiedliche Themen aufgegriffen, die zurzeit in Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert werden. Dabei wird auf ansprechende und verständliche Weise Einblick gegeben in die aktuelle Forschung der verschiedenen Fakultäten der Düsseldorfer Universität.

Nähere Informationen sind einem Flyer zu entnehmen, der bei Claudia Nerling, Telefon 0211 / 957 57-746, claudia.nerling@evdus.de, angefordert
oder hier heruntergeladen als PDF-Datei werden kann.


Donnerstag, 7. September 2017

Prof. Dr. Markus Pauly, Institut für pflanzliche Zellbiologie und Biotechnologie

Bioökonomie – Pflanzen als nachhaltige Rohstoffe für Biokraftstoffe?

Die Menschheit steht vor großen Herausforderungen: Wie kann man den fortschreitenden Klimawandel verlangsamen und sich diesem anpassen? Wie kann man die wachsende Anzahl an Menschen auch in Zukunft mit ausreichend Nahrung versorgen? Wie kann man die vielfältigen Ökosysteme auch in Zukunft in ihrem natürlichen Zustand erhalten? Wie kann man nachhaltig Rohstoffe gewinnen und einsetzen?
Eine mögliche Antwort auf diese Fragen ist die nachhaltige Nutzung von Pflanzen. Diese sind in der Lage, das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen und durch den Prozess der Photosynthese den Kohlenstoff in einer chemisch stabilen Form zu speichern. Der so gebundene Kohlenstoff dient uns heute schon als Nahrungsquelle (z.B. Stärke), als Energielieferant (z.B. Holz) und Grundstoff für die Industrie (z.B. Baumwolle) und kann neben weiteren Grundstoffen fossile, treibhausgasproduzierende Energieträger wie Öl oder Kohle ersetzen. Wie nachhaltig sind diese Prozesse wirklich?

Prof. Dr. Markus Pauly ist seit 2016 Professor und Institutsleiter am Institut für pflanzliche Zellbiologie und Biotechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Prof. Pauly ist vor allem in zahlreichen Forschungsprojekten zum Thema „Biomasse“ und „Biokraftstoffe“ involviert. Forschungstätigkeiten führten ihn von 2001 bis 2006 an das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam (Golm). Zuletzt arbeitete er als Professor für Pflanzen- und Mikrobiologie an der University of California, Berkeley.

www.plant-cell.hhu.de


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Prof. Dr. Miriam Margherita Cortese-Krott, Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie

Herzschutz durch rote Blutzellen – Zelluläre Signalkaskaden und „erythrokrine“ Funktion

Neben Sauerstoff und Kohlendioxid transportieren rote Blutzellen unter anderem auch Stickstoffmonoxid, Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff. Änderungen in der Anzahl, Morphologie und Funktion von roten Blutzellen wurden als unabhängige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkannt. Dies legt die Vermutung nahe, dass nicht nur die quantitativen, sondern auch die qualitativen Änderungen der Funktion von roten Blutzellen eine signifikante Rolle spielen könnten. Die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen sind allerdings unbekannt.
Das Ziel der Forschung von Frau Prof. Cortese-Krott ist, durch die Erzeugung von genetisch-modifizierten Mausmodellen sowie die Etablierung/Analyse von Anämie- und Diabetes-Modellen, zu untersuchen, inwieweit die Signalübertragung innerhalb roter Blutzellen ihre Funktion beeinflusst und darüber hinaus im akuten Herzinfarkt herzschützend wirkt. Im langfristigen Fokus stehen dabei die Identifikation von Zielen für neue diagnostische und therapeutische Strategien bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Prof. Dr. Miriam Margherita Cortese-Krott ist seit Dezember 2016 Professorin für Experimentelle Herzinfarktforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 2009 arbeitet sie an der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf (Leitung: Prof. Dr. Malte Kelm). Seit 2012 ist sie Leiterin des Kardiologischen Labors und seit 2014 Arbeitsgruppenleiterin an der Klinik.

www.tinyurl.com/ybpchmkk


Donnerstag, 2. November 2017

Prof. Dr. Peter Kenning, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing

Beim Kaufen setzt der Verstand aus – Wie Markenemotionen unser Verhalten bestimmen

Obwohl bereits Anfang der neunziger Jahre das Jahrzehnt der Hirnforschung proklamiert wurde, sind die meisten neurowissenschaftlichen Ergebnisse und Methoden lange Zeit in der Verbraucherforschung nur wenig beachtet worden. Erst in den letzten Jahren hat sich unter dem Stichwort „Consumer Neuroscience“ eine Forschungsrichtung entwickelt, die hirnbildgebende Methoden nutzt, um verbraucherwissenschaftlich relevante Vorgänge im Gehirn zu beobachten.
Prof. Kenning untersucht in seinen Forschungen zunächst die neuronale Wirkung von Marken. Er konnte zeigen, dass starke Marken spezifische neuronale Effekte hervorrufen, die mit den klassischen Methoden der Verbraucher- und Marktforschung bisher nicht identifiziert werden konnten. In den Folgestudien wurde erforscht, wie einzelne Marketing-Instrumente in den für die Markenemotionen verantwortlichen Hirnregionen wirken. Im Ergebnis kann man heute den Zusammenhang zwischen Marken, Marketing und Verbraucherverhalten neurophysiologisch erklären, und die Verbraucherforschung ist nun anschlussfähig für neurowissenschaftliche Erkenntnisse.

Prof. Dr. Peter Kenning ist seit 2014 Professor für BWL/Marketing an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte von Prof. Kenning liegen unter anderem in der Consumer Neuroscience und der quantitativen Marketingforschung. 2008 erhielt er zusammen mit Kollegen aus London, Oxford und Stanford den Annual Best Paper Award des International Journal of Advertising, 2013 wurde ihm der Outstanding Paper Award des International Journal of Retail and Distribution Management verliehen.

www.marketing.hhu.de/lehrstuhlportrait.html


Donnerstag, 14. Dezember 2017

Prof. Dr. Susanne Hahn, Institut für Philosophie, Lehrstuhl für Theoretische Philosophie

Mr. Perfect oder Mrs. Smart? Zwei Protagonisten rationalen Handelns

Was bedeutet es, rational zu handeln? Diese Frage wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts meist im Sinne des sogenannten Homo-oeconomicus-Modells beantwortet. Der Homo oeconomicus ist ein mit besonderer Weitsicht ausgestatteter Optimierer. Er hat seine Wünsche und seine sonstigen Einschätzungen wohl geordnet und richtet seine Entscheidungen an diesen Wünschen aus. Dieser Mr. Perfect des Handelns ist allerdings unter den Druck der Kritik geraten. Inzwischen macht ihm eine Mrs. Smart den Platz streitig: Sie passt sich geschmeidig Handlungsumgebungen an und agiert nicht optimierend, sondern nach Faustregeln. Obwohl sie nicht „perfekt“, sondern nur „begrenzt“ rational handelt, gelangt sie in vielen Fällen schneller zu besseren Resultaten.

Der Vortrag portraitiert die beiden Protagonisten und fragt danach, wer die bessere Besetzung für die Rolle des oder der rational Handelnden ist.

Prof. Dr. Susanne Hahn vertritt seit März 2016 den Lehrstuhl für Theoretische Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von 2011 bis 2016 arbeitete sie an ihrem durch die DFG geförderten Projekt „Ein Rahmen für die Wirtschaftsethik – Methodische Grundlagen und Regeln“. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Normativitätskonzeptionen, Rationalitätstheorien, Methoden in der Philosophie sowie der Wirtschaftsethik. Im Januar 2017 erhielt sie den höchstdotierten Philosophiepreis der Max Uwe Redler Stiftung für ihre Düsseldorfer Habilitationsschrift „Rationalität – Eine Kartierung“ aus dem Jahr 2008.

www.philosophie.hhu.de/professuren/prof-dr-susanne-hahn/mitarbeiterinnen/susanne-hahn.html

Veranstaltungsort

Haus der Universität, Schadowplatz 14, Düsseldorf

Kooperationspartner

Heinrich-Heine-Universität, Volkshochschule und Heinrich-Heine-Institut, Düsseldorf

Leitung

- Dr. Christoph auf der Horst

- Dr. Martin Menges

- Dr. Dietrich Knapp

- Dr. Karin Füllner

Teilnahmebeitrag
5 € pro Veranstaltungstermin, für Studierende kostenlos