Kurs 97
Theologie / Philosophie

14.11.2017

Dienstag 19.00 bis 20.30 Uhr

Luther und der Bauernkrieg

Vortrag

Luthers Parole von der Freiheit eines Christenmenschen zündete in den 1520er Jahren. Nicht zuletzt bei den Bauern und dem „gemeinen Mann“, heute würde man sagen: bei den gesellschaftlich Abgehängten. Sie verbanden die religiöse Freiheit mit der politischen und griffen auch zu Gewalt, um ihre Freiheit als „göttliches Recht“ zu erkämpfen. Luther war doppelt gefordert: als Anwalt evangelischer Freiheit – und als vermeintlich Verantwortlicher für Unruhe und Aufstand. Er reagierte mit der Konkretisierung seiner Lehre von der Obrigkeit und damit als Fürsprecher des Rechts und als Feind gewaltsamer Erhebung und apokalyptischer Umsturzhoffnungen. Das trägt ihm den Dank der Herrschenden ein – und das Misstrauen der Unterdrückten, das sich noch Jahrhunderte später in dem Vorwurf niederschlägt, Luther sei ein „Fürstenknecht“ gewesen (Friedrich Engels). Schaut man genauer hin – auch mit Seitenblicken auf andere Reformatoren – ergibt sich ein differenzierteres Bild und bleibt Luther anregend auch für gegenwärtige Verhältnisbestimmungen von politischer Macht und religiöser Überzeugung – gerade in seiner Ablehnung religiös motivierter Gewalt.

Veranstaltungsort

Haus der Kirche, Bastionstr. 6, Düsseldorf

Referent/in

Prof. Dr. Hellmut Zschoch, Kirchenhistoriker, Wuppertal

Leitung

Harald Steffes, Studienleiter

Teilnahmebeitrag
7 €