Wer etablierte deutsche Bibelübersetzungen wie die Lutherbibel von 2017 liest, landet gerade bei Schlüsselbegriffen nicht selten in einer eigenen Sprachwelt, dem „Kirchendeutschen“. Manche Ausdrücke, wie etwa „verkündigen“ begegnen einem heute fast nie mehr im „Alltagssprech“, andere existieren noch, werden aber anders gebraucht. Moderne Menschen „sündigen“ mit Schokolade gegenüber dem Kaloriengott und denken bei „Sünde“ an eine verklemmte christliche Sexualmoral, nicht aber an Kriminelle. Unter „Engel“ stellt man sich zunehmend putzige kleine Wesen mit Flügeln vor. Worte, die einmal geeignet waren, den Inhalt der Bibel zur Sprache zu bringen, sind heutzutage problematisch geworden. Doch wie dann? Wie können wir z.B. euangelion („Evangelium“) oder hamartia („Sünde“) in die Sprache der Gegenwart übersetzen, ohne diesen Ausdrücken ihre Sperrigkeit zu nehmen? Viele biblische Begriffe besitzen eine politische Bedeutung. Bei anderen wird die biblische Grundbedeutung leicht vergessen. Auf dem Studientag soll es auch darum gehen, warum „rein“ und „unrein“ fast nichts mit Hygiene zu tun hat.
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Johanneskirche, 1. Stock, Martin-Luther-Platz 39, 40212 Düsseldorf
apl. Prof. Andreas Bedenbender, Biblische Theologie, Institut für Evangelische Theologie, Universität Duisburg-Essen
Dr. Uwe Gerrens