Kurs 80
Fortbildung / Universität

07.02.2019 | 07.03.2019 | 04.04.2019 |

02.05.2019 | 06.06.2019

donnerstags 19.00 bis 20.30 Uhr

Forschung im Fokus

Vortrag

In allen Bereichen der Natur- und Geisteswissenschaften hat die Spezialisierung in den letzten Jahren und Jahrzehnten in starkem Maße zugenommen. Aus diesem Grund ist es für Außenstehende immer schwerer geworden zu verfolgen, womit sich die einzelnen Forschungszweige beschäftigen. Selbst für Interessierte ist es aufwändig und mühsam, neue Ergebnisse und Erkenntnisse der Natur- und Geisteswissenschaften kennen zu lernen.

Die Wissenschaftsreihe „Forschung im Fokus“ setzt genau hier an. In den verschiedenen Vorträgen geben Professorinnen und Professoren der unterschiedlichen Fachrichtungen Einblicke in ihre neuesten Forschungen. Das geschieht auf verständliche und auch für Nichtfachleute nachvollziehbare Weise, so dass man dann doch auf den neuesten Stand der Dinge gebracht wird.

Die Reihe „Forschung im Fokus“ ist ein gemeinsames Projekt von Heinrich-Heine-Universität, Volkshochschule und Evangelischer Stadtakademie. Sie findet einmal im Monat in zentraler Lage im Haus der Universität statt. Wir verbinden mit der Reihe die Hoffnung, dass Menschen und Wissenschaft, dass Universität und Stadt sich begegnen.

Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite oder in einem Faltblatt, das bei Claudia Nerling, Telefon 0211 / 957 57-746, angefordert oder hier als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.

Donnerstag, 7. Februar 2019 | Moderne Humangenetik im 21. Jahrhundert

Referentin: Prof. Dr. Dagmar Wieczorek, Institut für Humangenetik

Die Humangenetik hat in den letzten 140 Jahren eine rasante Entwicklung genommen: 1953 beschrieben Watson und Crick, um nur wenige Beispiele zu nennen, die DNA-Struktur als Doppelhelix und 2001 wurde das Humangenom durch Craig und Venter aufgeschlüsselt. Heute sind mit den neuen Hochdurchsatz-Sequenziertechnologien („next generation sequencing“, NGS) bioinformatische Verfahren und Datenbanken sehr wichtig geworden.

Auch sind Genscheren (CRISPR/Cas) und deren Anwendung, die Präimplantationsdiagnostik mit all ihren Vor- und Nachteilen sowie unterschiedliche Gentherapien bei ausgewählten Erkrankungen aktuell in aller Munde.

Der Vortrag soll einen Überblick geben über die Entwicklung der Humangenetik und beispielhaft darstellen, welche Fortschritte und Anwendungen, aber auch Risiken und Gefahren sich daraus ergeben.

Prof. Dr. Dagmar Wieczorek leitet das Institut für Humangenetik, das am Universitätsklinikum die Aufgaben der Krankenversorgung, der Forschung und der Lehre erfüllt. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Klinische Genetik, hier insbesondere die Dysmorphologie. Damit gehören neben klinischen Analysen, insbesondere der Genotyp-Phänotyp-Korrelation, auch die Identifizierung von Genen und modifizierenden Faktoren bei syndromologischen Krankheitsbildern, insbesondere kraniofaziale Fehlbildungen, und geistiger Behinderung zu ihren Interessenschwerpunkten.
https://tinyurl.com/ybfvkc26

Donnerstag, 7. März 2019 | Auswirkungen eines übermäßigen Handy- und Internetgebrauchs auf die Psyche

Referent: Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky, Institut für Klinische Psychologie

Internetabhängigkeit kann eine Verhaltenssucht darstellen. In dem Vortrag werden Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren, die sich mit den Konsequenzen eines missbräuchlichen Gebrauchs von Handy-, Internet- und Videospielen auseinandergesetzt haben, vorgestellt. Es wird der Frage nachgegangen, wann wir von einem Missbrauch im Sinne einer psychischen Störung sprechen, wie wir diese möglichst frühzeitig erkennen können und welche Behandlungsansätze die Psychotherapie als Hilfestellung für Betroffene anbieten kann.

Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky leitet am Institut für Experimentelle Psychologie die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Untersuchungen, welche Folgen das räumliche Trennen von Smartphone und Nutzer auf seine Handlungsfunktionalität haben, er entwickelt eine Kurzzeittherapie für Menschen, die an Internetspielsucht leiden, und er untersucht sogenannte „Täter-Alpträume“ und orthorektisches Essverhalten.
> https://tinyurl.com/y7r2cu6d

Donnerstag, 4. April 2019 | Die Unstimmigkeiten von Fundamentalkonstanten und das Ion des Wassermoleküls

Referent: Prof. Dr. Stephan Schiller, Institut für Experimentalphysik

H2+ ist aus chemischer Sicht sehr einfach: Es besteht aus lediglich zwei leichten Atomkernen, die durch ein einziges Elektron gebunden sind. Für Physiker ist H2+ jedoch sehr spannend, denn für sie ist es aus Forschersicht sehr ergiebig, weil sie daran einige fundamentale Aspekte der Quantenphysik untersuchen können, die mit anderen Verfahren nicht so gut zugänglich sind. Zum Beispiel kann die freie Rotation dieses Moleküls mit hoher Präzision gemessen werden. Diese charakteristische Rotationsperiode hängt von den fundamentalen Konstanten ab, die die Struktur der atomaren und molekularen Materie bestimmen. Den genauen Zusammenhang liefern aufwändige quantentheoretische Rechnungen. Durch Vergleich von Messergebnissen und Rechenergebnissen lassen sich so einige der Fundamentalkonstanten auf neuartige Weise bestimmen. Perspektivisch könnte dies auch dazu führen, gewisse Unstimmigkeiten im derzeitigen Ensemble von Fundamentalkonstanten auszuräumen.

Prof. Dr. Stephan Schiller ist Experimentalphysiker und forscht unter anderem an ultrakalten Molekülen, hochauflösender Spektroskopie, optischen Uhren und hochpräzisen Tests für Fundamentalkonstanten im Labor und an Satelliten. 2018 erhielt er einen der hoch renommierten Advanced Grants 2017, mit denen das European Research Council (ERC) Spitzenforscher in einem strikten Auswahlverfahren auszeichnet.
> http://www.exphy.uni-duesseldorf.de/PhotosMembers/Schiller.html

Donnerstag, 2. Mai 2019 | Wie Demokratien enden

Referent: Prof. Dr. Christoph Nonn, Institut für Neueste Geschichte

Die Demokratie schien lange Zeit ein klares Erfolgsmodell zu sein. Anfang der 1990er Jahre hatten rückschauende Beobachter meist den Eindruck, das 20. Jahrhundert sei geprägt von Demokratisierungswellen. Und es gab damals kaum Zweifel daran, dass der Siegeszug der Demokratie über den Globus anhalten würde. Mittlerweile sind selbst die Optimisten etwas kleinlauter geworden. Die um 1990 eingeleiteten Demokratisierungsprozesse in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika haben allzu häufig mit Rückfällen in autoritäre Systeme geendet. Auch die Hoffnungen auf einen „arabischen Frühling“ wurden weitgehend enttäuscht.

In Asien zeigt die größte Nation der Erde, China, keine Anzeichen einer Demokratisierung. In den ältesten Demokratien in Europa und Nordamerika haben populistische Bewegungen, deren demokratische Ausrichtung zumindest zweifelhaft ist, breiten Zulauf erhalten. Tatsächlich ist das Scheitern von Demokratien ein häufiges Phänomen, für das Geschichte auch ein reiches Anschauungsmaterial bietet, und aus diesen Fehlern der Vergangenheit lässt sich für die Zukunft lernen.

Prof. Dr. Christoph Nonn ist Professor für Neueste Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und insbesondere für die Bereiche Antisemitismusforschung und nordrhein-westfälische Geschichte ein ausgewiesener Experte. Darüber hinaus fungierte er langjährig als Vorsitzender des Brauweiler Kreises für Landes- und Zeitgeschichte und ist Mitherausgeber der Zeitschrift Geschichte im Westen, der Düsseldorfer Schriften zur Landesgeschichte sowie der Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen.
> http://www.geschichte.hhu.de/lehrstuehle/neueste-geschichte.html

Donnerstag, 6. Juni 2019 | Politikvermittlung zwischen Nachrichten und Unterhaltungsformaten

Referentin: Prof. Dr. Christiane Eilders, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft III

Dass Politik und Unterhaltung immer stärker miteinander verschmelzen, gehört seit Jahren zum Repertoire der populären Medienkritik. Unterhaltung verhindere den politischen Wissenserwerb, so der lautet oft der Vorwurf. Unbestritten ist aber auch, dass Politik durch unterhaltende Aufbereitung ein größeres Publikum erreicht. Vor allem im Fernsehen kommen viele Menschen eher in Unterhaltungsshows als in Nachrichten mit politischen Themen in Kontakt. Neu ist auch der Erfolg von Politserien, wo der Handlungsstrang in der institutionellen Politik angesiedelt ist. Hier wird klar, dass Politik mit Konflikten, Machtkampf, Werten und Emotionen alles mitbringt, was eine gute Story auszeichnet. Der Vortrag systematisiert Schnittstellen zwischen Politik und Unterhaltung und diskutiert Wirkungen politischer Unterhaltung auf Realitätsbilder und Einstellungen des Publikums.

Prof. Dr. Christiane Eilders leitet am Institut für Sozialwissenschaften die Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften III. Dort forscht sie u.a. über die Wahrnehmung öffentlicher Meinung in Online-Öffentlichkeiten, über Werte und Normen als Forschungsgegenstände und Leitbilder in der Kommunikationswissenschaft und über Politik und Unterhaltung.
> https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/kmw-eilders/

Veranstaltungsort

Haus der Universität, Schadowplatz 14, Düsseldorf

Kooperationspartner

Heinrich-Heine-Universität und Volkshochschule Düsseldorf

Leitung

- PD Dr. Christoph auf der Horst

- Elena Kaznina-Soukup

- Dr. Dietrich Knapp

Teilnahmebeitrag
5 € pro Veranstaltungstermin, für Studierende kostenlos