Kurs 62
Fortbildung / Universität

05.11.2020 | 03.12.2020 | 07.01.2021 | 04.02.2021 | 04.03.2021 | Die Reihe wird im April 2021 fortgesetzt.

donnerstags 19.00 Uhr bis 20.15 Uhr
Veranstaltungsreihe im Hybridformat

Forschung im Fokus

Die Methoden der Wissenschaft

Vortrag

Wissenschaftliche Expertise bestimmt in der Corona-Krise unseren Alltag, wie vermutlich nie zuvor: von der AHA-Regel, über den R-Wert bis hin zu Einschätzungen über die Durchführung von Schulunterricht, Fußballspielen und Weihnachtsmärken. Gleichzeitig gibt es eine Gegenbewegung der Skepsis und Hinterfragung angeordneter Maßnahmen. Viele tun sich schwer damit zu erkennen, wo die Grenzen verlaufen zwischen etablierten Fakten, wissenschaftlicher Debatte, bloßer Spekulation und reiner Verschwörungstheorie. Forschung im Fokus möchte hier einen Beitrag leisten und ein Stück weit hinter die Kulissen der Wissenschaft blicken. Wie kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu ihren Ergebnissen? Welche Methoden wenden sie dabei an? An Hand verschiedener Forschungsfragen und Fachgebiete an der Heinrich-Heine-Universität geben unsere Vortragenden Einblicke in wissenschaftliche Erkenntnisprozesse – auch jenseits von Corona.

Die Veranstaltungsreihe wird als Hybridformat durchgeführt, d.h. mit maximal 25 Plätzen im Haus der Universität sowie zugleich als Live-Stream, inklusive Live-Chat, über den Youtube-Kanal der Heinrich-Heine-Universität. Aufgrund der coronabedingt begrenzten Platzzahl im Haus der Universität wird eine Anmeldung dringend empfohlen:
per E-Mail unter hdu@hhu.de oder telefonisch: 0211/ 811 03 45.

Die Youtube-Links zu den Vorträgen finden Sie vorab im Veranstaltungskalender des Hauses der Universität.

05.11.2020

Widersprüche in der Wissenschaft. Warum kann eine Studie ganz unterschiedlich bewertet werden?

Prof. Dr. Simon Eickhoff (Universitätsklinikum Düsseldorf und Forschungszentrum Jülich)

Der wissenschaftliche Erkenntnisprozess umfasst viele Schritte: Eine Theorie wird entwickelt, Hypothesen erstellt, schließlich Daten gesammelt und ausgewertet. Jeder dieser Schritte kann die endgültigen Schlussfolgerungen potenziell beeinflussen, aber in welchem Umfang? Der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Simon Eickhoff zeigt an Hand eines Beispiels aus der Hirnforschung, wie sich die Art der Datenanalyse auf die Ergebnisse auswirkt und warum uns das trotzdem nicht beunruhigen muss.

03.12.2020

Impfstoffe – Vom Traum zur Wirklichkeit

Prof. Dr. Ingo Drexler (Universitätsklinikum Düsseldorf)

Impfen ist die kostengünstigste und wirksamste Maßnahme zur Verhütung von Infektionskrankheiten. Wie wichtig, aber auch komplex eine Impfstoff-Entwicklung ist, zeigt uns aktuell die Corona-Krise. Lange wohl wurde eine Impfung nicht mehr so dringlich erwartet und unter Hochdruck erforscht, wie in diesem Jahr. Doch Impfstoffe haben eine lange Historie. Ihr Entstehungsprozess ist dynamisch, vielfältig und erfinderisch, auch jenseits von Covid-19. Der Virologe Prof. Dr. Ingo Drexler gibt einen kritischen Überblick zum Status Quo der Impfstoffforschung und -entwicklung unter Berücksichtigung geschichtlicher Hintergründe, aktueller Herausforderungen und künftiger Ziele.

07.01.2021

Moralisch handeln – aber wie? Einblicke in die Angewandte Ethik

Dr. Amrei Bahr (Institut für Philosophie, HHU)

In Zeiten von Corona sind wir mit komplexen moralischen Problemen konfrontiert: Wenn mehr Beatmungsgeräte, Impfstoffdosen usw. benötigt werden, als zur Verfügung stehen — wer sollte diese begrenzten Güter erhalten? Wie können Gesundheitsschutz und individuelle Freiheit moralisch überzeugend gegeneinander abgewogen werden? Die Angewandte Ethik bietet bei der Beantwortung solcher Fragen eine wissenschaftlich begründete Orientierungshilfe. Aber wie gehen Ethikerinnen und Ethiker dabei vor? Auf welchen wissenschaftlichen Methoden beruht Angewandte Ethik? Die Philosophin Dr. Amrei Bahr gibt anhand aktueller Beispiele Einblicke in die Funktionsweise dieser philosophischen Teildisziplin.

04.02.2021

Mission improbable. Statistische Analyse extremer Ereignisse

Prof. Dr. Axel Bücher (Institut für Mathematik, HHU)

Ob Hochwasser, Börsencrashs oder Hitzewellen: extreme Ereignisse können einen großen Einfluss auf unser gesellschaftliches Zusammenleben haben. Eine adäquate statistische Analyse ist daher gleichzeitig sehr wichtig, aber auf Grund der relativen Seltenheit solcher Ereignisse auch sehr schwierig. Für die Bewältigung der auftretenden Herausforderungen hat sich mit der sogenannten Extremwertstatistik ein eigener Forschungszweig gebildet. Diese hat ihren Ursprung in einer mathematischen Gesetzmäßigkeit des Zufalls, welche heute als Satz von Fisher-Tippett-Gnedenko bekannt ist. Im Vortrag wird aufgezeigt, wie von diesem Satz ausgehend statistische Modelle und Methoden entwickelt wurden und was diese von der klassischen Statistik unterscheidet.

04.03.2021

Bildung macht gesünder – Bauchgefühl oder Fakt?

Dr. Daniel Kamhöfer (Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie, HHU)

Wer studiert hat, ist bis ins hohe Alter wahrscheinlich fitter und gesünder als die meisten Nicht-Akademiker. Ein Blick auf die Statistik liefert hierfür eine plausible Erklärung: Akademiker verdienen durchschnittlich mehr, haben körperlich weniger anstrengende Berufe und führen oftmals gesündere Lebensstile. Dennoch ist eine tatsächliche Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht so eindeutig, wie es scheint. Wirtschaftswissenschaftler Dr. Daniel Kamhöfer begibt sich in diesem Vortrag auf Spurensuche und zeigt, wie wir Bildungsprozesse und ihre Folgen besser verstehen können.

April 2021
Die Reihe „Forschung im Fokus“ wird im April fortgesetzt.

Veranstaltungsort

Haus der Universität Düsseldorf, Schadowplatz 14

Kooperationspartner

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Leitung

Dr. Heidrun Schnitzler, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf