Kurs 32
Interreligiöser Dialog

21.02.2019

Donnerstag 19.00 bis 20.30 Uhr

Moses und Homer

Griechen, Juden, Deutsche: Eine andere Geschichte der deutschen Kultur

Vortrag

Als in Deutschland gegen Ende des 18. Jahrhunderts uneingeschränkte Bewunderung für das antike Griechentum aufkam, wurde gleichzeitig das sich gerade der europäischen Aufklärung öffnende Judentum auf dem Schauplatz der Religionskritik vehement bekämpft. In diesem Kontext ist der aggressive Antijudaismus zu verstehen, mit dem sich Goethe und Schiller gegen die Sinai-Offenbarung und deren legendären Mittler Moses wandten. Beginnend mit Winckelmann hat die deutsche Klassik einen neuen Legitimationsdiskurs geschaffen, der unter Rückgriff auf den antiken Polytheismus das „produktive Individuum“ und die „wachsende Natur“ zu seinen zentralen Kategorien machte und damit den geltenden Monotheismus zu verdrängen suchte. Im Gegensatz dazu suchten Mendelssohn und Heine die Position einer deutsch-jüdischen Moderne zu etablieren.

Das neue Buch von Professor Witte verfolgt, wie der „Weltanschauungskampf“ gegen den Monotheismus zum „völkischen“ Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts führte und in der Shoah mündete, was die Verdrängung der jüdischen Tradition aus dem kulturellen Gedächtnis der Deutschen zur Folge hatte.

Veranstaltungsort

Haus der Universität, Schadowplatz 14, Düsseldorf

Kooperationspartner

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Haus der Universität

Referent/in

Prof. Dr. Bernd Witte, Germanist, Düsseldorf

Leitung

- Dr. Dietrich Knapp

- Andrea Sonnen

- PD Dr. Christoph auf der Horst