Unter den Abgeordneten der Barmer Bekenntnissynode 1934, die sich mit ihrer von Karl Barth formulierten Theologischen Erklärung zum Widerstand gegen eine nationalsozialistische Verfremdung des Evangeliums zur Wehr setzte, befand sich nur eine einzige Frau, Stephanie von Mackensen. Als Tochter des ersten katholischen Landeshauptmanns der Rheinprovinz geboren, heiratete sie einen preußisch-protestantischen Beamten. Durch eigenes Bibelstudium kam sie zum evangelischen Glauben und konvertierte. 1932 trat sie aus innerer Überzeugung der NSDAP bei und ließ sich für die „Deutschen Christen“ in die Pommersche Synode wählen, wandte sich aber schon bald der Bekennenden Kirche zu. Während ihr Mann Vizepräsident der Provinz Pommern wurde, wurde sie zur Geschäftsführerin der Bekennenden Kirche in Pommern und zur rechten Hand von Reinold von Thadden-Trieglaff – wurde zur „Heilige Johanna“ Stettins. Gleichzeitig aber bestand sie weiterhin auf ihrer Parteimitgliedschaft und verteidigte diese in einem Parteiausschlussverfahren erfolgreich. Eine Frau also, die in keine der gängigen Kategorien von „Nazis“ bzw. „Widerständlern“ passt.
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Ev. Kirchenkreis, Hohe Straße 16, Düsseldorf
Dr. Karin Oehlmann, Theologin, Düsseldorf
Dr. Gabriela Köster