Die Zukunft ist ungewiss. Das war sie schon immer. Aber spätestens im Verlauf des 19. Jahrhunderts hat sich in den westlichen Gesellschaften (Europa, USA) eine Zukunftserwartung durchgesetzt, die von der Verbesserung der Zustände, von Fortschritt ausging. Bürgerliche Parteien förderten das Wirtschaftswachstum, progressive Parteien forderten mehr Umverteilung. Einig waren sie sich aber darin, dass vor allem der technologische Wandel eine wohlhabendere und freiere Gesellschaft herbeiführen kann. Diese Erwartung stabilisierte die westlichen Demokratien. Jedoch sind sie in den letzten Jahrzehnten immer schwächer geworden, dagegen werden die Parteien stärker, die zurückwollen, zurück zu alten, scheinbar besseren Zuständen. Wie lassen sich heute realistische und positive Erwartungen an die Zukunft formulieren, die helfen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken? Wie soll man mit Abstiegsängsten umgehen? Welchen Beitrag können religiöse Gemeinschaften wie die Kirchen leisten? Diesen Fragen will die Veranstaltungsreihe nachgehen.
03.02.2026: Zukunft zwischen Fortschritt und Abstieg
Wir leben in einer Phase der Moderne, die die demokratischen Institutionen vor große Herausforderungen stellt. Der „Kapitalismus ohne Wachstum“ ist ein Phänomen, das zumindest in Deutschland gerade wieder neue Aktualität gewonnen hat. Das Schwinden einer positiven Zukunftserwartung, eines Fortschrittsglaubens hat auch weitreichende Konsequenzen für die Stabilität der liberalen Demokratien in Europa. Davon profitieren zurzeit vor allem rechte Bewegungen. Wie sollen wir mit der „Zerstörungslust“, die sie repräsentieren, umgehen? Welche Optionen bleiben für demokratische Kräfte in der Gesellschaft, um sich einer schleichenden Erosion zu wehren? Dem Phänomen der Zerstörungslust und den Fragen zu seiner Bewältigung geht der Vortrag nach.
Referent: Prof. Dr. Oliver Nachtwey, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler, Basel
18.03.2026: Vielleicht wird es doch nicht so schlimm?
Klimawandel, Umweltzerstörung und Naturkatastrophen, die mit sozialen Verwerfungen und gesellschaftlichen Schräglagen einhergehen – Negativschlagzeilen sind allgegenwärtig. Die Zukunft scheint zunehmend unsicher, manchmal gar beängstigend, auf jeden Fall nicht besonders rosig. Sichtbar und spürbar ist das nicht zuletzt auf lokaler Ebene, in den Städten und Gemeinden, die gefordert sind, auf die vielfältigen Herausforderungen Antworten zu finden und sie auch umzusetzen. Das aber stellt oft eine Überforderung dar. Ausweglos? Nein, meint die Referentin und zeigt die Möglichkeiten auf, auf lokaler Ebene eine nachhaltige Entwicklung gelingen zu lassen. Es komme darauf an, nicht allein Probleme und Zielkonflikte zu fokussieren, sondern auch Potenziale und Synergien in den Blick zu nehmen.
Referentin: Anja Bierwirth, Architektin und Umweltwissenschafterin, Leiterin des Forschungsbereichs Stadtwandel am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Anmeldung erforderlich
Online
Evangelisches Forum Bonn, Melanchthon-Akademie Köln und Evangelische Akademie im Rheinland
03.02.2026: Prof. Dr. Oliver Nachtwey, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler, Basel
18.03.2026: Anja Bierwirth, Architektin und Umweltwissenschafterin, Leiterin des Forschungsbereichs Stadtwandel am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
- Dr. Martin Bock
- Dr. Uwe Gerrens
- Dr. Anne Kathrin Quaas
- Dr. Frank Vogelsang