„Fußball ist meine Religion, Bayern/Gladbach/Schalke ist meine Liebe“. Schilder oder Aufkleber wie diese finden sich unter den Fan-Utensilien zahlreicher Fußballvereine; je nach Lieblingsclub variiert der Vereinsname. Religiöse Begriffe sind im Jargon der Fußballwelt allgegenwärtig: Fans „pilgern“ in die Stadien, die „Fußball-Tempel“, zum „heiligen Rasen“, um ihren „Idolen“ zu „huldigen“ und womöglich einem „Wunder“ beizuwohnen.
Handelt es sich bei solchen Redewendungen nur um Rhetorik des Merchandisings oder des Sportjournalismus? Oder steckt mehr dahinter, wenn z.B. der Begriff „Fan“ selbst sich ursprünglich vom „fanaticus“, dem von einer Gottheit in Raserei Versetzten, ableitet – und der Fanatismus heute zu den Schattenseiten der Fußballfankultur gehört? Abseits von vorschnellen, aber vielleicht nicht gänzlich unbegründeten Verbindungen soll im Vortrag aus sozial- und religionswissenschaftlicher Perspektive der Frage nachgegangen werden, welche Substanz die Rede von der „Religion Fußball“ tatsächlich hat – und was sich daraus im Blick auf Fußball wie auf Religion folgern lässt.
Herzkammer der Zentralbibliothek, KAP 1, Konrad-Adenauer-Platz 1, Düsseldorf
Prof. Dr. Constantin Klein, Psychologe und Theologe, Dresden
Dr. Marco A. Sorace