Das Einhorn gehört zum Erstaunlichsten, was die Medien- und Kulturgeschichte der letzten 5.000 Jahre zu bieten hat. In „dem Tier, das es nicht gibt“, spiegeln sich Sehnsüchte und Kunstfertigkeit menschlicher Existenz rund um den Globus. Wenngleich sich vermeintlich wissenschaftliche Funde und Beweisstücke nur zu oft als „Scheinhorn“ erwiesen, ist es zu unterkomplex gedacht, das Einhorn als simples „Fake“ oder als kitschige Modeerscheinung abzutun. Auf faszinierende Weise verbindet die beliebte Denkfigur des Reinen, des Staunens und der Einzigartigkeit Kunst, Religion und Naturwissenschaft und lässt Menschen bis heute auf die Begegnung mit dem Wunderbaren und Unbeweisbaren hoffen. Es geisterte vorzeitig in Asien und Indien herum, beschäftigte antike Würdenträger und jüdische Schriftgelehrte, zierte in der christlichen Welt Apotheken und mittelalterliche Wasserspeier, wurde von Leonardo und Dürer ebenso wie von den Surrealisten ins Bild gesetzt, in Bibeltexten aber auch von modernen Dichtern wie Rilke und Morgenstern besungen.
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Ev. Kirchenkreis, Hohe Straße 16, Düsseldorf
Dr. Susanne Ristow, Künstlerin und Kunstvermittlerin, Düsseldorf
Dr. Gabriela Köster, Akademieleitung